Das war … das 2. Thüringer KI-Forum

Mit regem Interesse nahmen dieses Jahr über 100 Teilnehmer am 2. Thüringer KI-Forum teil, welches als Online Event ausgerichtet wurde. Mit einer großen Themenvielfalt an Vorträgen wurde Künstliche Intelligenz (KI) aus Sicht der Politik, der Wirtschaft und der Forschung betrachtet. Aber auch ethische und rechtliche Aspekte wurden dabei nicht außer Acht gelassen. In einer anschließenden Panel-Diskussion kamen alle Beteiligten zu dem Schluss, dass in Thüringen viel Potential in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik besteht. Für eine Umsetzung in den Unternehmen aber die (Hoch-)Schulausbildung verbessert sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten ausgebaut werden muss.

Als Einstieg in die Veranstaltung richtete der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee ein Grußwort an die Teilnehmer und Gäste des Forums. Er berichtete er über den aktuellen Fortschritt von Künstlicher Intelligenz im Freistaat Thüringen, welche von Andreas Hartl vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nochmals bekräftigt wurde.
Anschließend moderierte Prof. Kai-Uwe Sattler von der TU Ilmenau durch die zwei Programmblöcke „Forschung und Technologie“ und „Wirtschaft und Gesellschaft“, in denen ein vielfältiger Einblick in KI-Projekte aus der Forschung und Industrie gegeben wurde.

Beide Blöcke wurden mit Keynotes eingeleitet. Mit Prof. Volker Markl wurde einer einer der führenden Wissenschaftler im Bereich Datenmanagementechnologien eingeladen. Als Forschungsgruppenleiter der Gruppe „Intelligente Analytik für Massendaten“ (IAM) am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) sprach er über die Grundlagen von Lernenden Systemen: Daten.

In weiteren Vorträgen berichteten Dr. Jakob Abeßer (Fraunhofer IDMT), Ronny Stricker (TU Ilmenau) und Dr. Oliver Warweg (Bauhaus Mobility.Lab) über aktuelle Forschungsaktivitäten in Thüringen.

Prof. Horst-Michael Groß berichtete in seiner Keynote über seine Erfahrung in 25. Jahre Forschung im Bereich Robotik des Fachgebiets „Neuroinformatik und Kognitive Robotik“ an der Technischen Universität Ilmenau. Als weiterer Vortragender aus der Wirtschaft durften wir Dr. Erik Berger, Data Scientist der Digital Enterprise und Digital Services Gruppe der Siemens AG, begrüßen. In dessen Vortrag wurden Einblicke von KI-Techniken für die Implementierung von Industrie 4.0 Aufgabenstellungen gegeben. Dabei unterstützen diese den kompletten Herstellungsprozess bspw. im Order/Sales Management, Human Resources Planning, Predictive Maintenance und der Qualitätssicherung bei verschiedenen nationalen sowie internationalen Projekten. Weiterhin stellten Prof. Ulrich Kerzel (IUBH) das Enterprise AI Canvas zum erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen und Dr. Stefan Hagedorn das TZLR vor. Anschließend sprach Tim Staupendahl über rechtliche Aspekte von Künstlicher Intelligenz bevor Prof. Armin Grunwald (KIT) in seiner Keynote auf ethische Fragestellungen einging.

KI in Thüringen: endlich erwacht?

In der Anschließenden Panel-Diskussion konnten viele Themen aus den Vorträgen wieder aufgegriffen und von den Panel-Teilnehmern (Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler, Dr. Uwe Haass, Dr. Julia Niebling, Dr. Martin Schilling und Wolfram Kattanek) debattiert werden.

Eine Schlussfolgerung aller Teilnehmer war, dass „Data Science“ als Kernkompetenz in verschiedenen Ausbildungsdomänen integriert werden und auch fachübergreifend gelehrt werden muss.

Dr. Uwe Haass zusammenfassend:
„Man sollte Scouts entwickeln […] die erklären was Robotik machen kann. […] Die ganze Gesellschaft muss einbezogen werden in eine Bewegung für KI und Robotik. Das beste wäre eine Roadmap zu entwickeln. […] Ich kann mir vorstellen, dass das TZLR darin eine fantastische Aufgabe hätte, das alles umzusetzen.“

Alle Beteiligten und auch das TZLR freuen sich schon auf eine 3. Auflage des Thüringer KI-Forums, welches voraussichtlich im Sommer 2021 stattfinden soll.

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